Hallelujah Lord

Andacht vom 10. Juni (Die unendliche Liebe deines Vaters!)

Shalom ich wünsche dir einen gesegneten und siegreichen Tag, in den Armen Jesus. Wer soll gegen dich sein, wenn Gott mit dir ist. Mit deinen Gott kannst du im Glauben Berge versetzen und auf Schlangen und Skorpione treten!

Die unendliche Liebe deines Vaters!

Lukas 15, 11-32 
Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.
Und der jüngere sprach zum Vater: Gib mir, Vater, den Teil des Vermögens, der mir zufällt! Und er teilte ihnen das Gut.
Und nicht lange darnach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit liederlichem Leben.
Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden.
Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Schweine zu hüten.
Und er begehrte, sich zu sättigen mit den Schoten, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm.
Er kam aber zu sich selbst und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber verderbe hier vor Hunger!
Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,
ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!
Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen, lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen!
Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet eilends das beste Feierkleid her und ziehet es ihm an, und gebet ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füße;
und bringet das gemästete Kalb her und schlachtet es; lasset uns essen und fröhlich sein!
Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. -
Aber sein älterer Sohn war auf dem Felde; und als er kam und sich dem Hause näherte, hörte er Musik und Tanz.
Und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das sei.
Der sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat.
Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber ging hinaus und redete ihm zu.
Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten; und mir hast du nie einen Bock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.
Da aber dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Gut mit Dirnen verschlungen hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet!
Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein.
Man musste aber fröhlich sein und sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden!

Nicht ohne Grund hat man dieses Gleichnis als die bedeutendste Kurzgeschichte der Welt bezeichnet.

Nach dem jüdischen Gesetz durfte kein Vater seinen Besitz nach Belieben vererben. Der älteste Sohn erhielt stets zwei Drittel, der jüngere ein Drittel des Besitzes (5Mos21, 17). Es war auch keineswegs ungewöhnlich, dass der Vater das Erbe schon vor seinem Tod austeilte, wenn er den Wunsch hatte, sich aus dem tätigen Leben zurückzuziehen. Dennoch spricht aus dem Ansinnen des jüngeren Sohnes eine gewissen Herzlosigkeit und Gefühlslosigkeit. Er sagte tatsächlich nichts andres als: „gib mir jetzt schon den mir zustehenden Teil deines Besitzes, den ich nach deinem Tode ohnehin bekommen, und lass mich fortziehen“. Sein Vater stritt sich deswegen nicht mit ihm. Er wusste: Wenn sein Sohn überhaupt etwas fürs Leben lernen sollte, dann musste er durch die harte Schule des Lebens gehen. Er musste seine Erfahrung machen, außerhalb des Schutzes der Familie.

Wie oft musste ich schon durch die harte Schule des Lebens gehen, was ich mir hätte sparen können, wenn ich nicht so Resistent gegen Ratschläge gewesen wäre. Auch heute bin ich es noch zum Teil, ich muss also noch viel lernen, aber ich bin auch schon einen langen Weg gegangen.

Der Vater kam nun also den Wunsch seines Sohnes nach, er wusste wahrscheinlich, dass alles andere Zwecklos gewesen wäre. Dann wäre sein Bub wahrscheinlich nur am herum nörgeln gewesen und hätte allen anderen das Leben schwer gemacht. Der Sohn machte seinen Erbanteil unverzüglich zu Geld und verließ die Heimat. Das Geld hatte es bald durchgebracht und kam schließlich so weit herunter, dass er Schweine hüten und füttern musste, was den Juden gesetzlich verboten war: „Verflucht sei, wer Schweine füttert“. Er war also ganz unten angekommen, im freien Fall, von seinem gut konstituierten Elternhaus mitten in die Schweinegrube. Und dann macht Jesus der  sündigen Menschheit das größte Kompliment dass ihr je zuteilwurde.

„Das schlug er in sich“, sagte Jesus. Er kam also wieder zu sich selbst. Jesus glaubt, dass der Mensch nicht wirklich er selbst sei, solange er Gott fern ist und ohne Gott lebt; erst wenn er sich auf den Heimweg begebe, sei er wirklich er selbst. Jesus glaubte also zweifellos nicht an die vollständige Verderbtheit eines Menschen und er glaubte keineswegs, dass man Gott verherrlichen könne, indem man die Menschen beschimpfte. Er glaubte, dass kein Mensch zu seinem Wesenskern gelangte, der nicht zu Gott heimkehre. Und so beschloss als auch im Gleichnis der Sohn, nach Hause zu gehen und seinen Vater zu bitten, ihn wieder bei sich aufzunehmen, nicht als seinen Sohn, sondern als einen seiner geringsten Knechte, als Tagelöhner, die jeweils nur für einen Tag gedungen wurden. Die Knechte gehörten in gewissem Sinne mit zur Familie, die gedungenen Diener dagegen konnten von einem Tag zum anderen entlassen werden und gehörten in keiner Weise zu Familie. Mit diesem Vorsatz kam der Sohn als nach Hause.

Aus seinem gedemütigt sein, wurde Demut vor seinem Vater, er hatte erkannt, dass der Weg den er gegangen ist, falsch war. Du kannst hier schön sehen, was aus dir wird, wenn du hochmütig zum Prasser wirst, dass Wort Gottes findet hier einen Beweis, „Hochmut kommt vor dem Fall“(Spr16, 18).

Doch wenn wir der besten griechischen Textüberlieferung folgen, dann gab ihm sein Vater überhaupt keine Gelegenheit zur der Frage, ob er sein Diener sein dürfte. Er unterbrach ihn vielmehr, bevor er soweit gekommen war mit seiner Rede. Die Kleider, die er den Knechten herbeizubringen befiehlt, besagen, dass er dem Sohne Ehre widerfahren lässt; der Ring ist ein Sinnbild für die Vollmachten, die er ihm erteilt und die Schuhe schließlich bedeuten, dass er als Sohn aufgenommen wurde; denn nur die eigenen Kinder trugen Schuhe, nicht die Knechte. In einem Negro Spiritual träumt ein Sklave von der Zeit, dass „alle Kinder Gottes Schuhe haben“: Schuhe waren das Zeichen der Freiheit. Und dann ließ der Vater ein Festmahl zubereiten, damit aller teilhatten an der Freude über den heimgekehrten Sohn.

Halte ein Augenblick inne und vergegenwärtige dir, wie viel Wahrheit dieses Gleichnis, bis zu diesem Punkt enthüllt.

  1. Du solltest das Gleichnis eigentlich niemals als das Gleichnis vom verlorenen Sohn bezeichnen, weil der Sohn keineswegs der Held der Geschichte ist. Stattdessen solltest du es als das Gleichnis vom liebenden Vater bezeichnen, da es mehr über die Liebe des Vaters als über die Sünde des Sohnes aussagt. Hier erfährst du so viel über die intime Liebe Gottes zu dir. Er will dich erquicken allezeit. Wenn du fällst, hebt er dich wieder auf, gehst du deine eigenen Wege, nimmt er dich allezeit wieder auf, denn die Liebe Gottes ist langmütig, sie trägt das Böse nicht nach.
  2. In diesem Gleichnis erfährst du sehr viel von der Vergebung Gottes. Der Vater muss auf den Sohn gewartet und nach ihm ausgeschaut haben, denn er sah ihn schon von weitem kommen. Und als er dann daheim angelangte, vergab der Vater dem Sohn, ohne ihm Vorwürfe zu machen. Es gibt eine wenig schöne Art der Vergebung: Wenn wir vergeben, als ob wir damit dem anderen ein Gnade erweisen. Und noch schlimmer ist es, wenn wir jemanden verzeihen, ihm jedoch andeutungsweise oder sogar drohend seine Sünde ständig wieder vorhalten. Lincoln wurde einmal gefragt, was er mit den rebellischen Südstaaten vorhabe, wenn er sie endgültig besiegt und in den Staatsverband der Vereinigten Staaten zurückholt habe. Offenbar erwartete der Frager, dass Lincoln sich schrecklich an ihn rächen werde. Doch Lincoln antwortete: „Ich werde tun, als hätten sie sich nie von uns losgesagt“. Das Wunder der Liebe Gottes besteht darin, dass e sich dir gegenüber auf eben diese Weise verhält. Vergebung ist erst Vergebung, wenn du der zu vergeben Sache nicht mehr gedenkst. Mache dir nichts vor, indem du immer wieder bekennst und erzählst „Ich habe vergeben, nur….“. Wenn Gott dir vergibt, gedenkt er der Sache nicht mehr und so soll es bei dir auch sein, ansonsten hast du nicht vergeben.

Aber das Gleichnis geht noch weiter. Der ältere Bruder tritt auf und bedauert tatsächlich, dass sein Bruder nach Hause gekommen ist. Der ältere Bruder verkörpert die selbstgerechten Pharisäer, denen es lieber war, wenn ein Sünder zugrunde ging, als dass er gerettet wurde. An dem älteren Bruder ist verschiedenes bemerkenswert.

  1. Sein ganzes Verhalten verrät dir, dass die Jahre des Gehorsams gegenüber dem Vater von ihm als eine schreckliche Last und nicht als ein Liebesdienst empfunden wurden. Er hat aus Gesetzlichkeit und aus Pflichtgefühl dem Vater gedient. Diene deinem Herrn aus Liebe oder diene im gar nicht. Alles was du aus Liebe tust wird bestand halten, nur die Liebe gibt dir die Kraft auch Durststrecken zu durchstehen.
  2. Sein ganzes Verhalten verrät seinen absoluten Mangel an Mitgefühl. Er bezeichnet seinen Bruder im Gespräch nicht als mein Bruder, sondern als dein Sohn. Er gehörte zu jenen selbstgerechten Typen, die einen Menschen mit Vergnügen noch tiefer in den Sumpf stoßen, in dem sie bereits stecken. Immer noch mal drauf treten, herumreiten auf der Sünde und es alle erzählen, dieses Phänomen gibt es durchaus in christlichen Kreisen, wo man sie nicht vermuten würde. Gott sagt dir, drehe um und tue Busse über dein abgrundtiefes Böses Verhalten. Wasche deinen Mund sauber von diesem Dreck des schlechten Redens. Auch du Zuhörer, der sich das schlechte Reden deiner Geschwister anhörst, drehe um und tue Busse, waschen deine Ohren sauber von diesem Dreck.
  3. Er hatte besonders schmutzige Gedanken. Er fing von den Dirnen an, die vorher überhaupt nicht erwähnt wurden. Er verdächtigte, ja beschuldigte seinen Bruder sogar einer Sünde, die er selbst zweifellos gern begangen hätte. Es ist schwer mit Menschen eine Einheit zu bilden, die immer nur die Schuld der anderen sehen und sich ihre niemals eingestehen. Ziehe den Balken aus deinen Augen, bevor du versucht den Splitter deines Nächsten zu sehen.

Wir stoßen hier auf die erstaunliche Tatsache, dass es leichter ist, Gott seine Sünden zu bekennen als bestimmten Menschen. Menschen die es sich zur Aufgabe machen, mit dem Fehlverhalten des anderen spazieren zu gehen und es während dessen zu verkündigen. Menschen die lebenslang mit einem unvergebenen Herz herumlaufen und sich und den anderen das Leben bitter machen. Gott ist ein gnädigerer Richter als viele strenggläubigen Menschen; Gottes Liebe ist weit großmütiger als Menschenliebe; und Gott vergibt dir deine Sünden auch dann, wenn Menschen es nicht fertigbringen, zu vergeben. Angesichts eine solchen Liebe können wir nichts als staunen, Gott lieben und preisen.

Gottes Schutz, Segen und Frieden

euer Thorsten Thiem

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