Hallelujah Lord

Andacht vom 24. Januar (Wachse und werde Stark, erfüllt mit Weisheit!)

(Andacht erscheint zurzeit, wegen Krankheit nicht regelmäßig)

Shalom ich wünsche dir einen gesegneten und friedlichen Tag in den Armen Jesus Christus. Möge die Liebe und der Frieden Gottes immer bei dir sein. Solange es an dir liegt halte Frieden mit jedermann!

Wachse und werde Stark, erfüllt mit Weisheit!

Lukas 2, 39-40

Und nachdem sie alles vollbracht hatten nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie zurück nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth.

Das Kindlein aber wuchs und ward stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.

Als ein wirklich menschliches Kind erlebte Jesus die Entwicklung von körperlichem und geistlichem Wachstum. Er nahm zu an Weisheit weil Gottes Gunst auf seinem Leben lag. Vollkommen in seiner menschlichen Natur, wie niemand sonst, der je gelebt hat, entwickeltet er sich in jeder Hinsicht geradeso, wie Gott es wünschte. Sein Leben zeigt uns ein vollkommender Gehorsam gegenüber den Willen Gottes.

Jesus war und blieb Nazarener, bis er über dreißig Jahre alt war. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in der Verborgenheit. Aber eine Geschichte durchdringt die ganze Verborgenheit der 30 Jahre und lässt sie hell aufleuchten.

Die Geschichte des zwölfjährigen Jesus repräsentiert seine ganze Entwicklung. Das Kind Jesus wuchs heran, nicht wie ein Wunderkind, sondern wie ein Menschenkind gleich wie du und ich, ausgenommen die Sünde. Jesus ist geboren auf übernatürliche Weise, und ist geworden und gewachsen auf natürliche Weise. Es war seine Menschwerdung kein Schein und kein Spiel, sondern voller Ernst.

Die vor uns liegende Jugendgeschichte des Zwölfjährigen wirft Strahlen rückwärts und vorwärts. Sie ist ein nachleuchtender Glanz seiner  heiligen Geburt und ein vorleuchtender Glanz seines Zukünftigen Erlöserdienst.  

Lukas 2,41-42  

Und seine Eltern reisten jährlich am Passahfest nach Jerusalem.

Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie nach Gewohnheit des Festes hinauf.

Nach dem mosaischen Gesetz(2Mos23, 14-17; 34, 23ff; 5Mos16, 16ff) waren alle mündlichen Israeliten, die Minderjährigen, Greise, Kranken und Sklaven waren ausgenommen, verpflichtet, dreimal im Jahre, nämlich am Passah-, Pfingst- und Laubhüttenfest, im Tempel zur erscheinen, um an der Festfeier teilzunehmen.

Wie mag es den Jesusknaben verlangt haben nach diesem Passahfest! Wie mag sein Herz in heiliger Freude aufgegangen sein, als er mit der jubelnden, Psalm singenden Festkarawane hinauf ziehen durfte nach Jerusalem! Wie muss ihm zumute gewesen sein, als er zum ersten Mal diese herrliche Stadt betrat und ihren hohen Tempel vor sich daliegen sah. Das ist als die Heilige Stadt, wo Gott sein Volk um sich sammelt. Das ist also der heilige Berg, von dem das Heil nach allen Teilen  der Erde hinausgehen sollte. Ja, es ist nur Ein Gott, und es besteht nur „Ein einziges göttliches Gesetz“(Ps84, 120-134) und die anderen Psalmen preisen die herrlichen Gottesdienste im Tempel zu Jerusalem. Wie musste das alles ihn tief beschäftigen. Nirgendwo fand sein Inneres so reiche Förderung wie hier. Kein Wunder, dass er sich von der heiligen Stätte nicht trennen konnte und im Tempel zurückblieb.

Lukas 2, 43-47 

Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem; und seine Eltern wussten es nicht.

Da sie aber meinten, er wäre unter den Gefährten, zogen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.

Und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie wieder nach Jerusalem zurück und suchten ihn.

Und es begab sich, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte.

Es erstaunten aber alle, die ihn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten.

Hier im Tempel fühlte sich der Jesusknabe daheim. Die Lehrer, die seine Antworten und Fragen bewunderten, waren die Gesetzeslehrer. Es waren öffentliche Belehrungen für die Festpilger möglich und zwar in zwangloser Form und Frage und Antwort. Hier war also Gelegenheit, auf alle die Fragen, die Herz und sinn bewegten, Antwort zu holen. Die Rabbiner nahmen schon Kinder mit 6 Jahren in ihre Schule auf. Ein Rabbinerwort lautete: „Vom 6. Lebensjahr an aufwärts empfangen wir das Kind und mästen es mit dem Gesetz wie einen Ochsen“. Dabei schenkten sie den geweckten Schülern größere Aufmerksamkeit und ließen sich sogar in Wechselreden mit ihnen ein wie mit ihresgleichen. 

Des Zwölfjährigen kindliches Fragen brachte die ergrauten Denker in Erstaunen. Welche Ströme des Lebens werden erst aus dem Munde des Mannes Jesus geflossen sein!

Lukas 2,48-50

Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich; und seine Mutter sprach zu ihm: Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.

Und er sprach zu ihnen: Was habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, daß ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?

Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.

Die Antwort des Jesusknaben klingt so wunderbar auf die schmerzvolle Rede der Mutter. Da sie keine Entschuldigung, kein Zugeständnis eines Fehlers ist. Ein Gefühl göttlicher Hoheit spricht aus diesem Jesus Wort des Zwölfjährigen, eine Gewissheit, dass er allezeit doch in dem sein musste, was der Vater sei, d.h. in dem Denken, Fühlen und Wollen des Vaters zu sein. Strecke auch du dich allezeit mit deinem ganzen Denken, Fühlen und Wollen nach Jesus Christus aus, dass er dich erfüllt durch und durch und allezeit. Dein höchstes Verlangen soll das Wort Gottes in deinem Leben sein, richte dich mit deinem ganzen Sein danach aus.

Dies erste Wort, „muss ich nicht sein in dem, was meines Vaters ist, aus dem Munde unseres Heilandes ist die Losung zu allen späteren Worten und Taten des Herrn und der Schlüssel zu allen seinen Lebensäußerungen. Zum ersten Mal nennt „er Gott seinen Vater“ und zwar offenbar im Gegensatz zu dem „Dein Vater“ im Mund der Mutter. Er sagt nicht: in dem, was unsers Vaters ist, sondern: in dem, was Meines Vaters ist. Zum ersten Mal fühlt und erkennt er sich als „Gottessohn“. Es ist die aufbrechende Ahnung seines einzigartigen Verhältnisses zu Gott. Er fühlt den großen Gegensatz zwischen dem himmlischen und irdischen Vater. Auch du hast deinem Vater im Himmel, Abba Vater, tue seinen Willen für dein Leben, denn das ist gut für dich allezeit.

Wenn du dem Herrn ernsthaft nachfolgst, lernst du still und tiefer und gründlicher in allen deinen Dingen, in all deinem Tun und Reden, mehr und mehr „in Dem zu sein, was des Vaters ist“. Der Vater im Himmel ist dein erster Gedanke am Morgen. Der Vater im Himmel ist dein letzter Gedanke am Abend. Der Wille des Vaters soll dir in allem dein Maßgebend sein, deine Speise früh, mittags und abends(Jo4).

Lukas 2, 51       

Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen.

Jesus hätte denken können, nun sei Sein Beruf, wie Samuel beim Tempel zu bleiben und los und ledig aller Alltagssorgen Seinem großen Ziele entgegenzuwachsen. So etwas kommt ihm aber nicht in den Sinn! Die heilige Ruhe Seines Herzens band ihn an den Gehorsam. Das Elternhaus in Nazareth war dem Zwölfjährigen jetzt das, was des Vaters ist. In Selbstverleugnung betritt er seine Laufbahn aus Entbehrung und Mühen, in Niedrigkeit und Verborgenheit, die auch dem Anspruchslosesten die Zeit „lange“ machen konnte. In Geduld und in der Verborgenheit wird er noch achtzehn Jahre auf den Ruf des Vaters warten und schweigen. Stürme auch du nicht gleich los, wenn du eine Berufung empfängst sondern lasse dich für deine Aufgabe zu- und ausrüsten durch den Heiligen Geist. Er wird dir sein „Go“ geben, zu seiner Zeit, denn nur er weiß den rechten Zeitpunkt.

Die Liebe zum himmlischen Vater vernichtet nicht die Liebe zu den irdischen Eltern, sondern verklärt und heiligt sie, dass man mit derselben inneren Notwendigkeit, mit der man „sein muss in dem, was des himmlischen Vaters ist“ auch in dem sein muss, was der irdischen Eltern Tagewerk und Wille ist. Das ist wahre Freiheit für die Jugend, alles andere ist Zügellosigkeit. Auch der irdische Beruf ist „in dem, was des Vaters ist“. Alles was du tust, tue für den Herrn, sei es deine Arbeit, sei es Gehorsam gegenüber deiner irdischen Eltern. Das ein schließt das andere nicht aus, denn ansonsten hätten wir wohl nur noch Apostel, Propheten, Lehrer,  Pastoren, Diakone, Mönche

Luther sagte zu dieser Bibelstelle: „Er ordnet Sich ihnen unter“ folgendes. „Er wird also auch alles im Hause getan haben, was man ihn geheißen hat, Späne aufgelesen, Wasser, Brot, Fleisch geholt, Stube gekehrt und sich nichts verdrießen lassen haben, ob es gleich geringe, kleine und unansehnliche Werke waren. Durch den Gehorsam gegen die Eltern, durch die dienende Liebe, durch die Treue gegen Gottes Wort, durch den Fleiß, mit dem man Gottes Ehre sucht, werden alle diese kleinen Dinge zu großen Übungen es Gehorsams. Es will uns der Gedanke wunderlich vorkommen, das Jesus, der nunmehr zu dem größten, wahrsten und unzweifelhaftesten Bewusstsein und Amt gelangt was(welches je ein Mensch gehabt hat), dieses Amt im sofortigen Gehorsam gegenüber kleinsten unwichtigsten Dingen sieht. Er, der doch berufen ist, einen Bau auszuführen, dessen Breite und Länge und Höhe und Tiefe niemand ausmisst, trägt geduldig und gelassen Seinem Pflegevater die Zimmeraxt nach und hilft armer Leute Hütten bauen“

In der Bindung an den Vater im Himmel bewährt sich die Bindung an die Menschen auf Erden, die Bindung an den irdischen Beruf.

Lukas 2, 52       

Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Dies ist alles, was uns die Bibel über Jesus Kindheit und Jugend berichtet. Zwischen Lukas 2, 53 und Lukas 3, 1 sind ungefähr achtzehn Jahre im Leben Jesu vergangen. Doch dieser kurze Bericht gibt dir einen guten Überblick über die gesamte Entwicklung Jesu. Der Jesusknabe wuchs heran wie alle Menschen und zwar nicht nur dem Leib nach, sondern auch dem Denken nach. Es heißt: „Er wurde mit Weisheit erfüllt“ und nicht: „er war voller Wissen“. Sein kindliches Tun, Handeln und Reden war allezeit weise, d.h. wohlüberlegt, passend, immer das Recht treffend, wie man es bei keinem anderen Kinde findet. Darum heißt es mit Recht, das Kind wurde mit Weisheit erfüllt, d.h. wir dürfen keine Erwachsenden- Weisheit bei ihm, dem Kinde suchen. Er war kein übernatürliches Frühreifes Kind, ein wohl hochbegabtes, aber doch voller Kinderweisheit. Mit dem zunehmenden Alter kam dann auch die zunehmende Weisheit. In der Schule des Lebens und in der Erfahrung gewinnt man sie, und die Kenntnis, die dazu nötig sind, werden mit Mühe und Arbeit erworben, Hierin war Jesus ein Mensch gleich wie du.

Der Glaube ist die Hand, womit du das Göttliche erfasst, wodurch du göttlich denken tust. Solange, bis der Vorhang deines Fleisches fällt, schaust du durch den Glauben in die unsichtbare Welt hinein und hörst durch den Glauben Gottes Stimme, und stehst durch den Glauben in Gottes Gemeinschaft. Diesen Glauben hat Jesus in voller Stärke, Reinheit und Klarheit gehabt. Sein Leben ist ein Glaubensleben in der umfassendsten Bedeutung des Wortes. Er hat Gehorsam gelernt, nicht anders, wie Adam ihn auch würde erlernt haben, wenn er nicht durch des Teufels Betrug sich zum Unglauben hätte verführen lassen. Jesus hat den Gehorsam im Kampf mit dem Teufel und dem Tod gelernt und jedes Mal Glaubenssieg gezeigt.

Welch ein Trost für Dich! Er ist versucht, gleichwie Du. Er weiß, wie es dir zumute ist in allen Lagen, in allen Trübsalen.

Gottes Schutz, Segen und Frieden

euer Thorsten Thiem