Hallelujah Lord

Andacht vom 12. April (Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten!)

Shalom ich wünsche dir einen gesegneten und friedlichen Tag in den Armen Jesus Christus. Tue heute mal ganz bewusst und vom ganzen Herzen jemanden etwas Gutes. Freue dich in und an allem, denn alles hat der Herr dein Gott dir bereitet!

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten!

Lukas 7, 36-50
Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tische.
Und siehe, eine Frau war in der Stadt, eine Sünderin; und als sie vernahm, dass er in dem Hause des Pharisäers zu Tische wäre, brachte sie eine alabasterne Flasche voll Salbe
und trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küsste seine Füße und salbte sie mit der Salbe.
Als aber der Pharisäer, der ihn geladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, dass sie eine Sünderin ist!
Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sprach: Meister, sage an!
Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig.
Da sie aber nichts hatten zu bezahlen, schenkte er es beiden. Welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben?
Simon antwortete und sprach: Ich vermute der, dem er am meisten geschenkt hat. Er sprach zu ihm: Du hast richtig geurteilt!
Und indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, du hast mir kein Wasser für die Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet.
Du hast mir keinen Kuss gegeben; sie aber hat, seit sie hereingekommen ist, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen.
Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbt.
Darum, sage ich dir, ihre vielen Sünden sind vergeben worden, denn sie hat viel Liebe erwiesen; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben!
Da fingen die Tischgenossen an, bei sich selbst zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt?
Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden!

Diese Geschichte ist so lebendig erzählt, dass du dabei leicht auf den Gedanken kommen könntest, Lukas sei ein Künstler gewesen.

Die Szene spielt auf den Hof des Hauses, das Simon, dem Pharisäer, gehörte. Die Häuser wohlhabender Leute wurden im Viereck um einen offenen Hof herum gebaut. Häufig befand sich auch ein Garten mit einem Brunnen darin; dort wurden bei gutem Wetter die Mahlzeiten eingenommen. Im Orient herrschte die Sitte, dass alle möglichen Leute herbeikamen, wenn ein Rabbi in solch einem Haus zur Mahlzeit einkehrte. Sie kamen aus freien Stücken, um den Perlen der Weisheit zu lauschen, die über seine Lippe kamen. So ist auch die Anwesenheit der Frau zu erklären. Wenn ein Gast ein solches Haus betrat, geschah stets dreierlei. Der Gastgeber legte dem Gast eine Hand auf die Schulter und gab ihm den Friedenskuss. Dieses Zeichen der Ehrerbietung unterblieb nie, wenn es sich um einen berühmten Rabbi handelte. Die Straßen waren ungepflasterte, staubige und ausgetretene Pfade und die Schuhe bestanden lediglich aus sohlen, die mit über den Fuß gekreuzten Riemen festgehalten wurden. Daher wurden die Füße des Gastes stets mit kalten Wasser übergossen; das reinigte und erquickte sie zugleich. Und dann wurde entweder eine Prise süßduftenden Weihrauchs verbrannt oder etwas Rosenöl auf den Kopf des Gastes getropft. Anstand und gute Sitte machten alle diese Dinge erforderlich, doch in diesem Fall geschah nichts dergleichen. Im Orient pflegten die Gäste nicht zu sitzen, sondern sie legten sich am Tisch nieder. Sie lagen auf niedrigen Ruhebetten und stützten sich auf den linken Ellbogen, den rechten Arm dagegen konnten sie frei bewegen und die Füße waren nach hinten ausgestreckt. Die Sandalen wurden während der Mahlzeit abgelegt. Daraus erklärt sich, wie es möglich war, dass die Frau zu Jesus Füßen stand.

Simon war Pharisäer, einer von den Abgesonderten. Wie kam ein solcher Mann überhaupt dazu, Jesus in sein Haus einzuladen? Die Gründe können dafür ausschlaggebend gewesen sein. a.) Es ist durchaus denkbar, dass er mit Jesus sympathisierte und ihn bewunderte, denn keineswegs gehörten alle Pharisäer zu seinen Gegnern (vgl. Lk13, 31). Doch die Atmosphäre der Unhöflichkeit, in der sich der Besuch abspielt, schließt diese Möglichkeit so gut wie aus. b.) Es kann sein, dass Simon Jesus in sein Haus einlud, in der bewussten Absicht, ihn dazu zu veranlassen, etwas zu sagen oder zu tun, was ihm eine Handhabe bot, gegen Jesus vorzugehen. Vielleicht war Simon ein agent provocateur, ein beauftragter Provokateur. Aber auch das ist nicht sehr wahrscheinlich, denn Lukas 7, Vers 40 nennt Simon Jesus selbst Meister, wie man einen Rabbi anredete. c.) Sehr wahrscheinlich gehörte Simon zu den Menschen, die es auf berühmte Persönlichkeiten abgesehen haben und hatte diesen Aufsehenerregenden jungen Galiläer in halb gönnerhafter Herablassung gebeten, bei ihm zu essen. Daraus erklärt sich am besten sein merkwürdiges Verhalten. Einerseits brachte er Jesus, eine gewisse Hochachtung entgegen, anderseits ließ er es an der gebotenen Höflichkeit fehlen. Simon versuchte, als Gönner Jesu aufzutreten.

Die Frau war allgemein bekannt dafür, dass sie nichts taugte. Sie war eine Dirne. Zweifellos hatte sie Jesus am Rande der um ihn Versammelten stehend zugehört und plötzlich in ihm die Hand erblickt, die sie aus dem Sumpf ihres bisherigen Lebenswandels zu ziehen vermochte. Wie alle Jüdinnen trug sie am Hals ein Fläschchen mit Parfüm; dieses Fläschchen wurden Alabaster genannt und waren sehr teuer. Dieses Parfüm nun wollte sie Jesus über die Füße gießen, weil es das einzige war, was sie ihm anzubieten hatte. Es war nicht ein Teil aus einem großen Besitzstandes, es war wahrscheinlich ihr einziger Besitz, diesen nun wollte sie Jesu zukommen lassen. Aber als sie ihn erblickte, kamen ihr die Tränen und fielen auf seine Füße. Eine Jüdin, die mit offenen Haar erschien, galt als höchst unanständig und unzüchtig. Am Tage ihrer Hochzeit banden die Mädchen ihr Haar hoch und ließen sich von nun an niemals wieder mit offenen Haar blicken. Die Tatsache, dass diese Frau vor allen Augen ihr Haar löste, beweist, wie vollständig sie außer Jesus alles um sich her vergessen hatte. Wegen ihrer Liebe zu Jesus ist diese Frau willig, sich selbst zu demütigen und die Füße Jesus mit ihren Tränen zu benetzen, ungeachtet dessen, was andere von ihr denken mochten. Auch dir soll nur wichtig sein, was Jesus über dich denkt und nicht die anderen Menschen. Wenn du z.B. den Eindruck hast im Gebet auf deine Knie zu fallen, und wenn es mitten in der Versammlung ist, dann tue dies, ohne auf die Menschen zu achten. Jesus Christus soll der Mittelpunkt deines Glaubens sein und nicht die Menschen, denn ansonsten begehst du Menschenkult und dienst nicht Gott. Egal was auch sein mag, denke nur daran was Gott über dich denkt und sei die Situation noch so Rätselhaft in deinem menschlichen denken.

Das Weinen einer Person kann mancherlei Dinge offenbaren. Es kann ein Ausdruck von Sorge und Kummer sein, von Freude und Hochstimmung oder dankbarer Liebe zu Jesus. Durch Weinen im Gebet und Glauben kannst du als Gläubiger oftmals ohne Worte zum Ausdruck bringen, was du in deinem Herzen empfindest. Der Herr wertet solche Tränen, als wären sie ein Opfer oder eine Tat des Dienstes für ihn (Lk7, 37- 40; Ps126, 5-6; Jer8, 23; 14, 17; 31, 15.16; Apg20, 19. 31; 2Kor2, 4). Tränen sind manchmal der Beweis der Identifikation mit Christus, wenn du Ablehnung erlebst und deine Leiden teilhaftig wirst (2Kor1, 5; Phil3, 10; 1Petr4, 13). Christus selbst weinte und hatte Mitgefühl mit geistlichen verlorenen Menschen (Lk19, 40-41; Joh11, 35). Der Apostel Paulus diente dem Herrn unter vielen Tränen; Tränen der Freude über solche, die an Christus glaubten (Apg20, 19; 2Kor2, 4). Selbst heute bist du als Gottes Kind, wenn du weinst, als gesegnet erachtet und wirst letztlich Freude finden (Lk6, 21). In Christi künftigem und ewigen Reich wird Gott alle Tränen von den Augen seines Volkes abwischen (d.h. er wird alle Ursachen für Sorgen, Trauer und Beschwerden wegnehmen Offb7, 17; 21, 4). Wenn du mit Tränen säst, wirst du mit Freuden ernten.

Die ganze Geschichte veranschaulicht uns, wie gegensätzlich die Verhaltensweisen sein können, die der Verstand oder das Herz bewirken.

Simon war sich keiner Not bewusst, empfand daher auch keine Liebe und empfing also auch keine Vergebung. Simon hatte von sich selbst den Eindruck, er sei vor Gott und den Menschen ein guter Mensch. Er beweihräucherte sich selbst, indem er seinen Gast bewirtete, wahrscheinlich war es für eine gute Tat die er seiner Gutetatenliste eintrug.

Die Frau war sich lediglich ihrer schreienden Not bewusst, war daher von der Liebe zu Jesus überwältigt und empfing die Vergebung ihrer Sünden, die er gewähren konnte.

Selbstüberschätzung und Hochmut trennen dich und alle Menschen von Gott. Die Vergebung Gottes empfängst du erst wenn du dir deiner Sünden bewusst bist und ihn demütig um Vergebung bittest. Paulus spricht von den Sündern, „unter denen ich der vornehmste bin“(1Tim1, 15). Und Franz von Assisi hat einmal gesagt: „Es gibt keinen elenderen, erbärmlicheren Sünder als mich“. Werde dir deiner Not und Erbärmlichkeit deiner Sünden bewusst und kehre um, von deinen falschen Wegen.

Du kannst mit guten Recht behaupten, dass die größte Sünde darin besteht, sich keiner Sünde bewusst zu sein; das Gefühl deiner Bedürftigkeit hingegen erschließt dir den Weg zu Gottes Vergebung, weil Gott die Liebe ist, der es zu höchstem Rum gereicht, dass du ihrer bedarfst. Echte Liebe für Jesus und Hingabe an ihn kommen aus einem tiefen Bewusstsein über die Sündhaftigkeit deines früheren Zustandes außerhalb von Christus. Seine Liebe, der er dir offenbarte als er sein Leben am Kreuz hingab und die innere Gewissheit, dass dir jetzt vergeben ist und Gott selbst für dich sorgt. Glaube, der nicht auf diesem Fundament gegründet ist, wird keinen Bestand haben, Maranatha!

Gottes Schutz, Segen und Frieden

euer Thorsten Thiem

 

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